Das Aromatogramm als Basis einer treffsicheren antiseptischen Behandlung !

wird endlich auch in Wien angeboten

GESUNDHEIT & SCHÖNHEIT | 03. Februar 2009
(ein Bericht von Dr. Gerda Dorfinger)

Viele Pflanzen verfügen über wirksame chemische Waffen zur Abwehr von Infektionen mit Erregern, wie Bakterien, Pilzen oder Viren. Diese in Blättern, Blüten oder Rinden enthaltenen ätherischen Öle sollen Pflanzen vor schädlichen Einflüssen schützen. Die Aromatherapie zur Behandlung von Infektionen macht sich diese Schutzwirkung zu Nutze.
Wie in Laboruntersuchungen gezeigt und auch mehrfach publiziert wurde, ist die antibakterielle Wirkung ätherischer Öle der von künstlich hergestellten Antibiotika in vitro durchaus ebenbürtig. Im Gegensatz zu Antibiotika ist der parenterale Einsatz ätherischer Öle in wirksamer Konzentration, in der sie im ganzen Körper ihre Wirkung entfalten könnten, ihrer potentiellen Toxizität wegen schwierig bis unmöglich und daher nicht gebräuchlich. Tatsächlich werden aber auch ätherische Öle über Haut und Schleimhäute aufgenommen, und geringe Mengen von ihnen sind auch im Blut nachweisbar.
Bei lokaler Behandlung rezidivierender Infekte kann man mit ätherischen Ölen geradezu unglaubliche Erfolge erzielen, allerdings gibt es ätherische Öle, die gegen bestimmte Keime nicht wirksam sind. Daher ist eine ungezielte empirische Therapie nicht immer wirksam.

Die Wirksamkeit der einzelnen ätherischen Öle gegen bestimmte Keime kann im Labor mit einem Aromatogramm getestet werden. Erst diese Untersuchung ermöglicht den gezielten Einsatz ausgewählter ätherischer Öle zur Infektionsbehandlung.
Dabei werden zunächst Krankheitserreger aus Abstrichen oder Körpersekreten des Patienten kultiviert und spezifiziert, das heißt ihre Art näher bestimmt. Im Anschluss daran werden die Keime in standardisierter Verdünnung auf einen Nährboden aufgestrichen und dieser mit Testplättchen belegt, die mit ätherischen Ölen in bekannter Konzentration getränkt sind. Nach ca. 24 Stunden hat sich ein sichtbarer Keimrasen gebildet. Jetzt kann genau wie bei Antibiotika die Hemmung des Keimwachstums beurteilt werden. Wachsen die Keime bis zum Testplättchen, können sie durch das ätherische Öl nicht gehemmt werden, das Öl ist nicht wirksam. Bildet sich jedoch ein keimfreier Hof um das Testplättchen, ist damit die wachstumshemmende Wirksamkeit des jeweiligen Öles nachgewiesen. Auf diese Weise kann eine für den Patienten maßgeschneiderte Behandlung erfolgen und der Therapieerfolg deutlich verbessert werden.
Die Auswahl der Öle bedarf gewisser Erfahrung. So hat es beispielsweise keinen Sinn stark Schleimhaut reizende Öle, seien sie auch noch so stark antibakteriell wirksam, bei einer Harnröhrenentzündung zu testen, da diese Öle in Sitzbädern nicht angewendet werden können. Werden bei einem Antibiogramm die falschen Öle getestet, kann dies unerwünschte Begleitwirkungen hervorrufen oder verteuert zumindest unnötig die Untersuchung.

Vor der Untersuchung
Um gute Ergebnisse zu erzielen, sollten gewisse Regeln beachtet werden:
• Am besten ist es wenn die zu untersuchenden Patienten selbst ins Labor kommen, um eine frische Probe dort abzugeben beziehungsweise den Abstrich dort durchführen zu lassen. Ist dies nicht möglich, müssen die für den Versandt erforderlichen Voraussetzungen des untersuchenden Labors, wie z.B. geeignete Transportmedien, konstante Temperaturen, sterile Gefäße etc. erfüllt sein.
• Aus falsch abgenommenem Probenmaterial können nur insuffiziente Befunde erstellt werden, daher sind solche Proben bakteriologisch meist nicht verwertbar.
• Informieren sie sich vor der Untersuchung, welche Öle Ihr Labor für die Aromatogramme verwendet: Detaillierte Angaben, wie z.B. Firmenname, Chargennummer und Chemotyp des ätherischen Öles sollten auf dem Aromatogrammbefund vermerkt sein.
• Die Therapie sollte unbedingt mit demselben Öl erfolgen, das auch im Aromatogramm verwendet wurde, nur so ist der Behandlungserfolg gewährleistet.
• Sollten vor der Probenabgabe bereits Antibiotika oder ätherische Öle verwendet worden sein, muss dies dem Labor mitgeteilt werden. Das Keimwachstum kann dadurch beeinträchtigt oder gänzlich gehemmt sein, die Bebrütung muss jedenfalls verlängert werden.

Vor der Therapie
• Allergietest und Anamnese v.a. bezüglich Schwangerschaft sollten vor Therapiebeginn selbstverständlich sein.
• Je nach Art und Pathogenität der Erreger ist auch eine antibiotische oder antimykotische Therapie vor der Behandlung notwendig.

Material
Prinzipiell kann jede Probe, bei der eine konventionelle bakteriologische Untersuchung durchgeführt werden kann, auch für die Erstellung eines Aromatogrammes herangezogen werden.

Dr. Gerda Dorfinger
Fachärztin für medizinisch chemische Labordiagnostik
Fachärztin für Zytodiagnostik
Perfektastr. 28
1230 Wien
Tel: 01/662 94 86
http://www.dorfinger.at

Literatur:
1. W. Steflitsch: Aromatherapie
2. E. Zimmermann: Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe, Nachdruck 2. Auflage 2004, Sonntag Verlag, Stuttgart.
3. S. u. L. Price: Aromatherapie, Huberverlag, Bern.
4. M. Werner, R.v. Braunschweig: Praxis Aromatherapie, 2006, Karl F. Haug Verlag, Stuttgart.

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